Draußen geht ein Monster um, drum bleib in Deiner Höhle!
Kein Mittel zwingt es in die Knie – nicht Salbe und nicht Öle.
Es ist kein Monster wie zuvor, das hat es nie gegeben.
Es macht Dich schwach und krank und dumm, es saugt Dir aus das Leben.

Wer sich dem Alptraum stellen will, den sollten wir gleich keulen.
Er bringt das Monster zu Dir heim, das wäre doch zum Heulen!
Die Angst geht um wie nie zuvor, die Zukunft, sie ist dunkel.
Wer anders denkt, dem wünscht man schnell die Pest und auch Furunkel.

Alleine sind wir besser dran, so sagt es der Experte.
Seid solidarisch, kriecht hinfort, bekämpft in aller Härte
den bösen anders Denkenden mit Hass und mit dem Schwerte,
er lockt mit Freiheit und Verstand – das ist die falsche Fährte!

Die Mächtigen und auch die Presse wollen nur Dein Wohl,
uns klein halten und billig herrschen? Erzähl‘ mir keinen Kohl!
Das gab es nie, das kann nicht sein – nein, nicht in diesen Zeiten.
Gib Dich nicht der Verschwörung hin, hör lieber auf zu streiten.

Verschließ die Tür, lass keinen rein, alleine bist Du sicher,
dem selbsternannten Freigeist wird vergehen sein Gekicher.
Du kannst nichts machen, warte ab, entdeckt wird bald der Zaubertrank.
Kein Preis zu hoch, die Rettung naht, dann bist Du nicht mehr krank.

Das Monster hält die ganze Welt ganz fest in seinen Krallen,
hörst Du denn nicht den Schrei der Bestie durch die Straßen hallen?
Trau keiner Seele, zeig sie an: die Menschen, die behaupten
„die gleiche Story wie zuvor“ – man sollte sie enthaupten!

Kauf schnell die letzten Läden leer und nenn das solidarisch,
so macht‘s der gute Bürger jetzt, das ist doch nicht barbarisch.
Gehirngewaschen? Gleichgeschaltet? Voll unter Kontrolle?
Das sagt doch nur der Ahnungslose, völlig von der Rolle.

Jetzt geh schnell in Dein Kämmerlein, nur einsam sind wir stark.
Was man Dir sagt tu ohne Zögern, bleibe fern dem Park.
Das damals war was anderes, die Menschen waren dumm,
doch heute sind wir aufgeklärt, wir sind jetzt nicht mehr stumm.

Wir machen nur, was man uns sagt, doch dafür gibt es Gründe.
Würd jeder hinterfragen das, wer weiß, wie es jetzt stünde.
Uns gegenseitig kontrollieren? Ja, denn wir sind die Guten.
Wer kritisch denkt und hinterfragt, den holen bald die Fluten.

Da draußen geht ein Monster um, und Angst, das ist sein Name.
Drum tun wir auch, was man uns sagt, bis Gott sich uns erbarme.
Frei denken, handeln – das war gestern. Heute sind wir weise,
gehorchen so wie nie zuvor, sind brav und treu und leise.

Der Kampf für Freiheit, Bildung, Zukunft – alles liegt auf Eis.
Wer da nun einen Plan vermutet, weiß doch einen Mist.
Denn Leben gegen Freiheit, ja, das ist nun mal der Preis
und wenn Du jetzt noch anders denkst, Feind des Systems Du bist!

Wir ächten Dich, beschmutzen Dich und werfen Dich hinaus,
das Monster wird Dich dann schon holen, dann ist es mit Dir aus.
Isolation statt Konzentrat, wir lagern uns gesund,
wer dem System zuwider handelt, ja den schlagen wir wund.

Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, draußen sein und Denken?
Auf diesen Luxus pfeifen wir, das kannst Du Dir gern schenken.
Da oben weiß man, was zu tun ist, und was ist zu lassen,
und jeder, der noch anders spricht, den werden wir jetzt hassen.

Vielleicht mit einem Mal versehen, gefährlich diese Rotten,
sie sollten eine Binde tragen, man sollte sie verspotten.
Zu ihrem Schutz und auch zu unserem einsperren und knechten,
die Monster früher waren Spuk, doch jetzt kommen die echten.

Gehorche, fürchte, denke nicht. So wollen wir es halten.
Wer ausbricht sind die wahren Bösen, übelste Gestalten.
Verstoße, banne, ächte sie, so will es das Statut.
Nur wer brav und gehorsam ist, ja, der ist wahrlich gut.

Da draußen geht ein Monster um, jetzt ist nicht Zeit zum Denken,
der Untergang, siehst Du ihn nicht? Dein Schicksal wird er lenken.
So funktioniert es immer wieder – Märchen wie Frau Holle
machen gefügig, bringen uns perfekt unter Kontrolle.

Die Masse gibt die Freiheit auf, ihr Denken und Dein Leben.
Die Angst beherrscht die ganze Welt, wie ein mentales Beben.
Wir machen mal die Augen zu und hoffen auf die Rettung,
gehorchen auch den Meistern brav – ja, bis zur letzten Bettung.

Kein Schelm, wer da noch Böses denkt – ein Menschenfeind er ist.
Er bringt uns alle in Gefahr, sät Zwietracht, Ärger, Zwist.
Das Monster bringt er bald zu Dir, drum melde ihn sofort,
und hoffe, man bringt ihn an einen von Dir fernen Ort.

Gustav Le Bon, Edward Bernays – sie wären stolz auf Dich.
Dem Monster dienst Du wahrlich gut, der Freiheit dienst Du nicht.
Die neue Zeit ist wie die alte, trägt nur ein neues Kleid,
so wiederholt sich all das Elend, Drama und das Leid.

Die Welt erstarrt in Angst und Schrecken, das Ende, das ist nah.
Ein Ende, wie man es vor tausend Jahren auch schon immer sah.
Die nächste Story eines Monsters ist bereits geschrieben,
wart‘s ab, sie kommt! Und ja, Du wirst sie lieben.

Die Menschen werden schlauer, aber weiser leider nicht.
Da hilft kein Beten, Rebellieren, und auch kein Gedicht.
Die Hebel, die uns lenken, das sind immer noch die gleichen.
Doch kannst Du denken? Dann sei froh. – Sorry, das muss reichen…

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