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Wie Du nie wieder Schreibblockaden befürchten musst

Dir fällt keine Geschichte ein?

Ich präsentiere Dir hier vier Ansätze, wie Du jede Schreibblockade überwinden kannst.

Ansatz 1: Vervollständige den Satz

Es war einmal…

Was fällt Dir dazu ein? Sicherlich ein Märchen. Wie könnte der Satz weitergehen, wenn es DEIN Märchen werden soll?

Es gibt viele Möglichkeiten, mit welchen Worten eine Geschichte anfangen kann. Es gehört zu den Eigenschaften von Kurzgeschichten, dass sie den Leser unvermittelt ins Geschehen werfen und dieses erst nach und nach erklären.

Überlege Dir weitere solcher Sätze und schreibe sie auf. Damit kannst Du das nächste Mal darauf zurückgreifen, wenn dieser Ansatz gut für Dich funktioniert.

Hier noch ein paar Beispiele von mir:

Als er über die Brücke ging, …
Nie hätte ich für möglich gehalten, dass…
Sie konnte nicht aufhören zu lachen, als sie erfuhr, …
Sie gaben sich die Hand und schworen sich: …

Nebenbei bemerkt: So ein Satz kann Dich zu einer Story führen, die im Nachhinein nichts mehr mit dem Satz selbst zu tun hat. Das ist okay, streiche den Satz dann einfach. Er dient nur zur Anregung.

Fühle Dich niemals an einen Satz gebunden, der deiner Story nicht oder nicht mehr dient.

Ansatz 2: Beantworte die Frage

Dem ersten Ansatz ganz ähnlich, doch Fragen regen das Gehirn noch mehr zur Fantasie an.

Auch hierfür ist es gut, wenn Du Dir selbst eine “Datenbank” (einen Zettel oder eine Datei) an Fragen erstellst, die für Dich gut funktionieren.

Stelle Dir eine Frage und folge deiner Fantasie. Überhöre Antworten wie “woher soll ich das wissen”, warte einfach kurz auch eine Resonanz aus deinem Inneren.

Warum hat sie ihn verlassen?
Warum guckt der Hund so traurig?
Wen stellt diese Statue dar?
Was stand in dem Brief?
Wie kam das Blut auf die Treppe?

Vielleicht fällt Dir dazu eine Situation aus dem echten Leben ein oder eine andere Geschichte. Das ist völlig in Ordnung. Nimm diese Geschichte als Grundlage und ändere sie ab, bis eine ganz andere daraus entsteht, wenn es Dir gefällt.

Lustige Nebenbemerkung: Wenn Du googlest, warum das Huhn die Straße überquerte, dann wirst Du eine Sammlung von Antworten darauf finden, wie verschiedene bekannte reale und fiktive Persönlichkeiten wohl darauf geantwortet hätten.

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Ansatz 3: Ein Bild sagt mehr als nur das Sichtbare

Schaue Dir irgendein Bild an. Vielleicht googlest Du einen Suchbegriff oder schmökerst frei in einer der vielen Bilder-Bibliotheken des Internets.

Was könnte die Geschichte zu diesem Bild sein? Wie kam es zu dieser Situation? Wie ging es weiter?

Zeigt das Bild den Anfang, die Mitte oder das Ende der Geschichte?

Verbringe nicht zu viel Zeit damit, Dir ein schönes Bild herauszusuchen. Du brauchst das Bild nur für die “Zündung”. Ob das eine Blume zeigt, eine Straßenszene oder eine komplexe Interaktion verschiedener Menschen, spielt keine Rolle. Wichtig ist nur die Idee, die es auslöst. Vielleicht fragst Du Dich auch, warum der Fotograf dieses Motiv gewählt hat. Was ist seine Story?

Als Beispiel nimm folgende 3 Bilder. Jedes einzelne kann eine Geschichte für sich erzählen. Du kannst aber auch eine Geschichte ersinnen, in welcher je ein Foto für den Anfang, die Mitte und das Ende der Geschichte steht. Fang damit an, die Geschichte tatsächlich in nur 3 Sätzen zu formulieren. Anschließend kannst Du sie ausbauen.

Bahnschienen durch den Wald
Hand an Glastür
Machu Picchu

Ansatz 4: Borgen

Der erste Ansatz ist einfach und schnell erklärt: Du klaust – sorry, Du borgst! – von einer bereits geschriebenen Geschichte. Damit trittst Du in die großen Fußstapfen von Shakespear und anderen großen Schreibern und Rednern, die das auch gemacht haben. Geschickt – und darauf kommt es an!

Natürlich übernimmst Du nicht einfach eine Geschichte, veränderst den Namen der Hauptperson und verkaufst den Text als deinen… Ein wenig mehr Arbeit solltest Du Dir schon machen.

Am Ende sollte ein Werk rauskommen, bei dem Du jeden Satz selbst geschrieben hast und dein Werk keine Ähnlichkeit mehr mit der ursprünglichen Inspiration aufweist.

Nimm also eine Geschichte, die es schon gibt, und verändere sie so, wie Du es brauchst.

Die Heldenfigur wird ausgetauscht, der Bösewicht entsprechend angepasst, der magische Gegenstand wird zur technischen Ausrüstung oder umgekehrt, alles spielt in einer anderen Welt zu einer anderen Zeit unter ganz anderen Bedingungen. Du kannst Elemente und Figuren verändern, weglassen oder hinzudichten.

Noch einmal: Das Endergebnis sollte mit dem Werk, von dem Du geborgt hast, möglichst überhaupt nichts mehr gemeinsam haben. Schon gar nicht Textpassagen – nicht einen Satz solltest Du aus einer anderen Geschichte übernehmen. Es geht nur um die Idee.

Inspirationen zum Ändern der geborgten Story findest Du im Blog-Beitrag über den Story-Baukasten.

Bonus Ansatz 5: Der Story-Baukausten

Mit dem Story-Baukasten gebe ich Dir eine weitere Möglichkeit in die Hand, Geschichten zu erstellen:

Schreib eine Geschichte mit dem Story-Baukasten!

Von nun an sind Schreibblockaden Geschichte!

Lasse andere an deinem Erfolg teilhaben.

Poste in den Kommentaren, welcher Ansatz Dir am besten geholfen hat und wie Du dabei vorgegangen bist.

Was für eine Geschichte ist es geworden?

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Fotos von Unsplash:
“Bahnschienen durch den Wald” von Mika Matin
“Hand an Glastür” von SHTTEFAN
“Machu Picchu, Peru” von Babak Fakhamzadeh
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Von Marten

Der Wort-Zauberer, Storyseller, Buchautor, Science Fiction Biograph, Chefredakteur. Hypnosecoach und Heilpraktiker in Ausbildung. Schreibt Geschichte - auch Deine ;-)

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